Rückblick und Monatsbetrachtung Juni 2019

Die fast schon frühsommerliche Wetterphase, Mitte April und die damit einhergehende Blütentracht puschte die Volksentwicklung, legte aber in der vierten Aprilwoche eine Pause ein!

Ein Tief Namens Valentin leitete eine sehr kühle und unbeständige Wetterphase ein. Einerseits erlöste ergiebiger Regen die durstige Natur und ließ den „Pflanzenaustrieb“ so richtig explodieren. Andererseits kühlte es kräftig ab, und Schnee auf knapp 800 m, am 28.04. (Karren Bergstation) waren mit dabei. Nach über 11 Tagen Blütentracht und dynamischer Volksentwicklung stieg das Wetter mit einstelligen Tageshöchstwerten kräftig auf die „Bremse“! 

Am Staatsfeiertag 01.05. und 02.05. herrschte mildes Flugwetter, aber in den darauf folgenden Tagen gab es erneut eine sehr kalte „Vollbremsung“! So ging die abklingende Apfel- und Löwenzahnblüte nass und spätwinterlich kühl zu Ende. 

Am 05.05. war dann durch Tief Werner, bei Tageshöchsttemperaturen von 3-5°Celsius und Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt ein gewisser „Stillstand“ bei dieser Vollbremsung erreicht. Dieser Polare Kaltluft Vorstoß, sorgte im Gebirge für einen gehörigen Batzen Neuschnee, selbst in den Niederungen wurde es nochmals kurzfristig weiß. 

Bei unseren Bienen wird sich dieses Wetter einerseits mit einem Brutknick (Königin legt weniger Eier – weil Futterfluss fehlt) und andererseits mit entsprechender Schwarmlaune bemerkbar machen!

Wer geglaubt hatte, jetzt wäre es genug mit den Tiefs- und Kälterückschlägen der täuschte sich!

Pünktlich zu den „Eisheiligen“ schaute Tief Zacharias vorbei und blieb mit schneidigem kaltem Wind (sogenannter Bise) bis über die „Nasse Sophie“ (15.05.) hinaus, auf Besuch. Bei unseren  Bienen musste zu dieser Zeit mit Futterwaben ausgeholfen werden! Ebenso bei anhaltendem Dauerregen, am 20.  und 21.05. waren unsere Bienen gezwungen zu Hause zu bleiben. 

Nach dem wärmsten April seit Messbeginn im Vorjahr, kann das heurige Frühjahr als sehr „durchwachsen“, und „lausig“ bezeichnet werden. Der in den milden Tagen eingetragene Blütennektar wurde von unseren Bienen in diesen Kälterückschlägen dringend zur Aufrechthaltung des Wärmehaushaltes und zur Brutpflege benötigt – „Blütenhonig Ade“!

So muss wieder einmal auf eine Waltracht gehofft werden! Noch ist der Mai nicht vorbei, dennoch ist schon klar, dass es der Kälteste seit 28 Jahren ist. Der Mai ist generell ein Monat der von Jahr zu Jahr große Unterschiede im Wetterverlauf bietet!

Überlegungen und Beobachtungen zur momentanen Situation der Honigtauerzeuger.

Steht eine Waldtracht bevor?

I. Alternanz / Nach einem schlechten Waldhonigjahr (2018) folgt meistens ein Besseres!

Ein Phänomen der Waldtracht ist ein häufig wiederkehrender Zweijahresrhythmus. Einem  guten (Waldhonigjahr) folgt meist immer ein schlechteres (Fehljahr 2018) und einem schlechten (Fehl-)Jahr häufig ein besseres (Waldhonigjahr).

II. Schon Anfangs Mai wurde von mir ein hoher Besatz der Großen Fichtenquirlschildlaus (Vorbote) in niederen Lagen (siehe Foto 1.) Region Dornbirn gesichtet.

Foto 1: Große Lecanie mit Honigtautropfen, fotografiert am 05.05.2019 11:00 Uhr im Bereich Eschenau Dornbirn. Am rechten und unteren Rand des Bildes ist noch Schnee vom Schneefall der vorherigen Nacht zu sehen!

III. Ebenso Anlagen – „Primärkolonien“ des wohl wichtigsten Honigtauerzeugers unserer Region, der Rotbraun bepuderten Fichtenrindenlaus (siehe Foto 2) wurde von mir in niederen Lagen Region Dornbirn gefunden.

Foto 2: Primärkolonie der Rotbraun bepuderten Fichtenrindenlaus (Muttertiere und F1) mit Ameisenbetreuung, fotografiert am 02.05.2019 11:00 Uhr im Bereich Eschenau Dornbirn.

IV. Heuer mit von der Partie, die Grüngestreifte Fichtenrindenlaus (siehe Foto 3+4), gesichtete in mittlerer Lage, in Dornbirn (Schauner). Die Anwesenheit von Ameisen sorgt dafür, Räuber fern zu halten.

Foto 3: Kolonie der Grüngestreiften Fichtenrindenlaus, auf der Unterseite eines fingerdicken Fichtenzweiges. Fotografiert am 14.05.2019 um 10:30 Uhr. Auch diese Kolonien werden oft durch die rote Waldameise gepflegt.
Foto 4: Fünf  Kolonien der Grüngestreiften Fichtenrindenlaus, auch für das ungeübte Auge sofort durch die pflegenden Waldameisen zu erkennen. Fotografiert am 14.05.2019 um 10:30 Uhr.

V. Ein „lausiges“ Frühjahr gibt einen „verlausten“ Sommer!So ist mit einer guten Vermehrung der Lachniden während des Austriebes zu rechnen, wenn der Spätherbst des Vorjahres (November 2018) warm war und das Frühjahr sich durch die phänologische Abfolge „kalter März – warmer April – kalter Mai und kühler Juni“ auszeichnet. Diese durchwachsene Wetterabfolge wurde von mir Eingangs erwähnt und dürfte derzeit auch bei uns durchaus die für die Entwicklung der Honigtauerzeuger 

So ist mit einer guten Vermehrung der Lachniden während des Austriebes zu rechnen, wenn der Spätherbst des Vorjahres (November 2018) warm war und das Frühjahr sich durch die phänologische Abfolge „kalter März – warmer April – kalter Mai und kühler Juni“ auszeichnet. Diese durchwachsene Wetterabfolge wurde von mir Eingangs erwähnt und dürfte derzeit auch bei uns durchaus die für die Entwicklung der Honigtauerzeuger gewünschte sein.

Bei dieser Witterungskonstellation ist die Anfälligkeit des Wirtsbaumes für Lachnidenbefall erhöht, wahrscheinlich durch eine Anhäufung von Reserven im Herbst und ihre verstärkte Mobilisierung während des Austriebes, wenn dieser bei Kälteeinbrüchen im Mai und Juni ins Stocken gerät.

In Gebieten in denen Honigtautracht durch die Fichte und Weißtanne im Sommer möglich ist, lohnt es sich immer nach bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeugern zu gucken. Wer beobachtet weiß zumindest Bescheid. 

Eine Lachnidentracht durch die Rotbraun bepuderte und die Grüngestreifte Fichtenrindenlaus in niederen und mittleren Lagen, erscheint mir dieses Jahr durchaus wahrscheinlich und möglich! 

Abb. 1:  Quelle: Liebig, G. (2003): Entstehung, Beobachtung, Prognose und Nutzung der Waldtracht, Online unter URL: http://docplayer.org/37245960-Entstehung-beobachtung-prognose-und-nutzung-der-waldtracht.html
Abb. 2:  Quelle: Liebig, G. (2003): Entstehung, Beobachtung, Prognose und Nutzung der Waldtracht, Online unter URL: http://docplayer.org/37245960-Entstehung-beobachtung-prognose-und-nutzung-der-waldtracht.html

Das Bilden und Pflegen von Jungvölkern, steht neben der Honigernte, Schwarm-Kontrolle und/oder Fang, im Mittelpunkt der imkerlichen Arbeit im Juni. Der Juni ist durch das „Überquellen“ unserer Bienenvölker mitunter sehr arbeitsintensiv und auch sehr abwechslungsreich. Auch im Juni richten sich die imkerlichen Tätigkeiten nach Witterung, Wetter und Trachtverlauf.  

Das große Blühen ist vorbei und das wechselhafte April- und Maiwetter war / ist „Nährboden“ und Grundlage für so manche „Schwärmerei“☺.

Die meisten WanderimkerInnen haben ihre Völker schon auf den entsprechenden Außenstellen platziert und hoffen auf gutes Flugwetter, sowie Nektar und Honigtau vom Nadel- oder Laubholz! 

Größere Imkereien müssen sich jedes Jahr natürlich auch mit der Königinnenzucht auseinander setzen. Warum eigentlich nicht auch kleinere Imkereien? 

Bei der Königinnenzucht kann viel über den Organismus „Bien“, dessen Physiologie und „Denke“ dazugelernt werden! 

Ich möchte hier die Vorzüge junger Bienenköniginnen vorstellen und warum es sich lohnt regelmäßig junge „Mädels“ ins „Rennen“ zu schicken.

  • Junge Königinnen schwärmen seltener.
  • Junge Königinnen bauen vitale / starke Völker auf. 
  • Junge Königinnen zeigen meist mehr Dynamik während der Frühjahrsentwicklung. 
  • Und ehrlich! – Bei aller Liebe zur Imkerei wollen wir nicht auch im Hobbybereich wirtschaftlich imkern, also Honig ernten?

Übrigens heuer ist Königinnenzeichenfarbe grün.

Abb. 3:   Quelle: http://www.imker-weinsbergertal.de/schulung-kurs2019.html / Zugriff: 16.05.2019

Die Bienenvölker im Juni / Volksentwicklung:

Je nach Trachtangebot erreicht die Legetätigkeit der Königin im Juni ihren Höhepunkt. Nach der Tagkehre (21.06., kürzer werdende Tage) nimmt deren Aktivität wieder ab, was nicht heißt das die Volksstärke sogleich abnimmt. Der Höhepunkt des „Bienenschlupfs“ erfolgt trachtbedingt, meist zeitversetzt um ca. 2-3 Wochen später, etwa Mitte Juli.

Bei guter Tracht werden Mittelwände und der Bau- bzw. Drohnenrahmen immer noch schön ausgebaut, wobei letzterer oftmals nicht mehr von der Königin bestiftet wird. Er wird bei guter Tracht als Honigwabe angesehen und mit solchem befüllt.

Varroakontrolle:

Spätestens nach der Tagkehre gilt es unserem „Feind“ und stetigen Begleiter auf der Stockwindel und bei den Tätigkeiten am Volk, wieder mehr Aufmerksamkeit zu Schenken.

Milbenzählen ist wieder angesagt!

Als Faustregel kann gesagt werden: Jede täglich spontan abgefallene Varroamilbe kann mit dem Faktor 300 multipliziert werden. Dies hieße bei 10 spontan abgefallenen Milben befinden sich 3000 Milben im Stock – hoher Varroadruck Alarmstufe rot

Grosses Augenmerk gilt es auf die stärksten Wirtschaftsvölker zu legen! Sie hatten/haben den größten „Brutumsatz“ und die meisten Generationen Bienen produziert und somit auch den höchsten Varroadruck!

Der sehr frühe Brutstart (Jänner) ist sicher auch ein negativer Aspekt hinsichtlich Varroadruck! Durch regelmäßige Drohnenbrutentnahmen kann bzw. konnte etwas von diesem Varroadruck reduziert werden und der/die ImkerIn gewinnt Zeit. 

Honigernte:

Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, insbesondere aus Fructose und Glucose sowie aus organischen Säuren, Enzymen und beim Honigsammeln aufgenommenen festen Partikeln. Die Farbe des Honigs reicht von beinahe farblos bis dunkelbraun. Er kann von flüssiger, dickflüssiger oder ganz bis teilweise kristalliner Beschaffenheit sein. Die Unterschiede in Geschmack und Aroma werden vom jeweiligen botanischen Ursprung bestimmt.

Quelle: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003174

Honig muss „reif“ sein!

Grundsätzlich ist Honig reif, wenn ihn die Bienen verdeckelt haben. Dann wurde im Regelfall der Wassergehalt des Honigs von den Bienen soweit gesenkt, dass der Honig haltbar ist und im Lagergefäß nicht zu gären beginnt. Honig sollte daher aus zu mindestens 2/3-tel verdeckelten Waben (Sichtprüfung) geerntet werden. Honig sollte nach einem Regentag, wenn möglich vormittags unter sehr sparsamen Raucheinsatz (Honig zieht Gerüche), geerntet werden um dem laufenden Nektareintrag des Tages („frischer Eintrag“) zu entgehen. Zügiges Arbeiten und die sofortige bienendichte Lagerung entnommener Waben tragen dazu bei, Rauch zu sparen und eine Räuberei zu vermeiden!  

Sind noch offene Wabenbereiche vorhanden kann durch eine Spritzprobe der Reifegrad dieses Honigs beurteilt werden. Dabei dreht man die entsprechende Wabe in die Waagerechte (die offenen Zellen zeigen nach unten) und schüttelt diese ruckartig über der offenen Zarge. Bleibt der Honig in den Zellen, ist der gewünschte Reifegrad erreicht.

Durch eine Refraktormettermessung aus dem Randbereich der entsprechenden Wabe lässt sich der Wassergehalt des Honigs exakt überprüfen!

Honigwaben sollten möglichst am gleichen Tag geschleudert werden, denn Honig zieht nicht nur Gerüche sondern auch Wasser (Luftfeuchte) an.

Honig mit einem Wassergehalt unter 18%, sauber, trocken, unter 16° Grad und dunkel gelagert ist über mehrere Jahre haltbar. Ein hoher Zuckergehalt und die Zugabe von Enzymen im Bienenspeichel wirken wachstumshemmend und verhindern das Gedeihen von Mikroorganismen.

Die österreichische Honigverordnung schreibt zudem vor, dass der Wassergehalt des Honigs (der in Verkehr gebracht wird) nicht über 20% liegen darf!

Nicht nur der Inhalt eines Honigglases muss bestimmte „Kriterien“ erfüllen, auch außen auf dem Honigglas muss Honig entsprechend deklariert werden. Unter folgendem LINK. der AGES sind die gesetzlichen Bestimmungen der Honigkennzeichnung/Etikettierung angeführt.

https://www.ages.at/download/0/0/fd96ff89f76d39b81fc6cd8bd2e1613265a9b182/fileadmin/AGES2015/Themen/Lebensmittel_Dateien/Musteretiketten.pdf

Sehr wichtig ist, dass immer noch genügend Futtervorrat für mindestens 2-3 Wochen in den Völkern verbleibt um eine ausreichende Futterversorgung bei längeren Trachtpausen zu gewährleisten!

Der Ernteprozess kann herkömmlich durch abkehren der Honigwaben oder durch das einbringen der „Bienenflucht“, die am Tag vor der Schleuderung gegen das Absperrgitter getauscht wird vollzogen werden. Entnommene Waben sollten durch ausgeschleuderte Leerwaben oder Mittelwände ersetzt werden.

Foto 5: 03.05.2018—Der Wassergehalt des Honigs dieser Waben lag bei 14,5%!   „Imkerherz was willst du mehr“! 

Aufgrund unserer erneuten Vereins- „Königinnenaktion“; Sektionierung von unbegatteten Jungköniginnen möchte ich nachstehend nochmals die Vorteile, das Grundprinzip, sowie das Vorgehen bei der Bildung eines Kehrschwarmes erläutern.

Kunst- oder Kehrschwarmbildung: (Fegling)

Vorteile

  • Kehrschwärme können ohne größere Vorbereitungszeit gebildet werden. 
  • Neue Königinnen werden nahezu hundertprozentig angenommen.
  • Kehrschwärme auf Mittelwänden eingeschlagen; haben somit neuen Wabenbau.
  • Durch die Trennung von Bienen und Brut eignet sich der Kehrschwarm auch zur Sanierung von Völkern mit Brutkrankheiten. 
  • Ein Umstieg auf ein anderes Wabenmass wird durch die Völkervermehrung mittels Kehrschwarm ebenfalls erleichtert.
  • Weiterhin wird durch den brutfreien Zustand eine Varroabehandlung mit Milch- oder Oxalsäure ermöglicht.

Grundprinzip:

Neben der klassischen Ablegerbildung mittels Brutwaben besteht noch die Möglichkeit das Schwarmgeschehen nachzuahmen. 

Ein Naturschwarm besteht vorwiegend aus Flugbienen und einer Königin. Die Bienen haben sich auf das Schwarmgeschehen vorbereitet, indem einige Tage vorher die Wachsdrüsen aktiv werden und teilweise sogar Wachsschüppchen vorproduziert werden. Unmittelbar vor dem Schwarmgeschehen wird die Honigblase noch mit Honig als Futtervorrat gefüllt.

Diese beiden Besonderheiten müssen bei der Kunstschwarmbildung berücksichtigt werden, indem der Kunstschwarm 3 Tage in Kellerhaft kommt, damit die Wachsdrüsen aktiviert werden. Der Kunstschwarm muss gefüttert werden, da die Bienen keine Möglichkeit hatten, ihre Honigblase zu füllen. Ausnahmen hiervon gibt es im Zusammenhang mit der Faulbrutsanierung. Bei der Kehrschwarmbildung werden die Bienen von den Waben getrennt, in eine neue Beute gegeben und veranlasst neue Waben zu bauen.

Benötigte Gerätschaften:

  • Kehrschwarmkiste: Eine Kehrschwarmkiste ist nicht an ein besonders Maß gebunden, es ist nur wichtig, dass diese mehrere große Lüftungsflächen aufweist.
  • Einfüllhilfe: Ein Einfülltrichter oder eine Einfüllschütte erleichtern das Füllen der Kehrschwarmkiste. Bei manchen Kehrschwarmkisten ist die Schütte bereits in der Kiste integriert.
  • Begattete Jungkönigin: Kehrschwärme werden bevorzugt mit begatteten Königinnen erstellt, bei unbegatteten Königinnen besteht noch das Risiko, dass die Königin während des Begattungsfluges verloren gehen kann.
  • Zusetzkäfig: Verwendet werden können zum Beispiel ein Königinnenversandkäfig oder andere geläufige Zusetzkäfige.
  • Beute: Für den Kehrschwarm wird ein Boden, eine Zarge mit Mittelwänden, Futtertasche oder eine andere geeignete Fütterungsmöglichkeit sowie ein Deckel benötigt.
  • Standplatz: Weiterhin wird ein eigener Jungvölkerstand benötigt, der mindestens 3 km Abstand zum Platz von dem die Bienen stammen, haben sollte.

Bildung des Kehrschwarms Bienen entnehmen: 

Bienen (ideal von mehreren Völkern) werden in eine Kehrschwarmkiste gestoßen oder gefegt. 

Ist auf den Waben frisch eingetragener Nektar, darf nicht gestoßen sondern muss abgekehrt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass zu viele Bienen durch den rausspritzenden Nektar verklebt werden. Es können und sollen Bienen aus dem Honigraum aber auch dem Brutraum abgekehrt werden, da dadurch eine gleichmäßigere Altersverteilung vorliegt. Wird mit Absperrgitter geimkert, ist die Gefahr eine Königin mit abzufegen sehr gering. 

Bei der Bildung im Mai/ Juni werden etwa 1,5 kg Bienen benötigt. Wird der Kehrschwarm erst im Juli erstellt muss die Stärke auf etwa 2,5 kg erhöht werden. Den gebildeten Kehrschwarm schattig bzw. kühl stellen.

Königin zugeben:

Nach spätestens 2 Stunden setzt die Weiselunruhe ein und der Kehrschwarm beginnt zu brausen (heulen). Falls dies nicht der Fall ist, wurde eine Königin mit abgefegt!

Die zuzusetzende Königin wird ca. 2 Stunden nach der Bildung (Weiselunruhe) in einem fest verschlossenen Zusetzkäfig in oder auf den Kehrschwarmkasten (Gitter) gehängt/gelegt. 

Innerhalb weniger Minuten hört das Brausen auf und es bildet sich eine Bienentraube um die zugehängte Königin.

Kellerhaft:

Anschließend wird der Kehrschwarm in Kellerhaft (kühl und dunkel) gebracht. Der Kehrschwarm bleibt dabei 3 Tage in Kellerhaft. In dieser Zeit muss der Kehrschwarm gefüttert werden. Ideal ist dabei eine Fütterung mit Flüssigfutter (Zuckersirup). 

Einlogieren des Kehrschwarms (Feglings):

Hierzu wird eine leere Beute mit Mittelwänden und evtl. 1-2 ausgebauten unbebrüteten 

Leerwaben bestückt. Eine Futtertasche oder dosiertes Füttern mit Flüssigfutter stellt die Futterversorgung und eine stetige Entwicklung sicher. Das Einlogieren sollte gegen Abend, wenn der Bienenflug nachlässt, erfolgen. Zuerst werden in der neuen Beute Rähmchen entnommen und beiseite gestellt, um Platz für die Bienen zu schaffen.

In der speziellen Kehrschwarmkiste kann die Kehrschwarmtraube mit dem Deckel vorsichtig abgehoben werden und dann mit einem kräftigen Stoß in den geschaffenen Leerraum in der neuen Beute befördert werden. Die restlichen Bienen im Kehrschwarmkasten werden dann dazugekehrt oder dazugestoßen. Sollte der Kehrschwarm bereits in der Beute sein, wird diese einmal kurz und kräftig aufgestoßen damit alle Bienen am Boden liegen. Dann wird der Deckel abgenommen und die Mittelwände werden zugehängt.

Der Festverschluss des Zusetzkäfigs wird nun durch einen Futterteigverschluss ersetzt. Entweder wird der Zusetzkäfig zwischen die Mittelwände/Leerwaben gehängt, oder der Zusetzkäfig wird etwas schräg auf eine Wabe vorsichtig ins Wachs gedrückt. Dabei darauf achten, dass der Futterteig tiefer liegt. Dies verhindert, dass ein durch die Wärme weich werdender Futterteig über die Königin läuft.

Die Futtertasche mit Futterteig wird nun an den Bienensitz gerückt.

Weitere Versorgung:

Eine erste Kontrolle erfolgt frühestens eine Woche nach dem Einlogieren in die Beute, um die Weiselrichtigkeit zu kontrollieren.

Die Futterversorgung muss ständig gewährleistet sein. Insgesamt muss mit etwa 15-20 Liter Futtersirup kalkuliert werden (inklusive Wintereinfütterung).

Dadurch, dass frühestens nach 21 Tagen die erste Brut zum Schlüpfen kommt, verliert der Kunstschwarm zuerst an Stärke. Erst danach nimmt durch den Schlupf der Jungbienen die Volksstärke wieder zu. Erweiterungen werden bevorzugt mit Mittelwänden vorgenommen.

In der nächsten Monatsanweisung werden thematisch die verschieden Verfahren zur Hauptentmilbung bzw. Sommerbehandlung, somit der Spätsommerpflege im Vordergrund stehen.

Doch bis dahin wünsche ich euch viel Spaß bei der Arbeit mit eueren Bienen und verbleibe mit Imkergruß,

euer Peter