Rückblick und Monatsbetrachtung für Dezember und Jänner

Sorgte der Föhn in der ersten Novemberwoche noch für sehr milde Temperaturen, so war es dann in der Nacht vom 8. auf den 9. November soweit, der erste Schnee viel bis auf ca. 900 m herab. Die folgenden Tage waren kühl und die klaren Nächte sorgten für die ersten starken Nachtfröste. Durch diese ersten Kaltluftmassen (Tief- Namens Detleff) und deren winterlichen „Kältereiz“ wurden unsere Bienen gezwungen sich in „Kuschelposition“ auf die Wintertraube zu bringen. 

Die Nachtfröste beendeten das bunte Farbenspiel der Bäume. Wiesen, Felder und Wälder wechselten ihre Farbe und auch der Nebel tauchte oft alles in ein düsteres Grau. Durch die kurzen Tage ist es bereits weniger als neun Stunden hell und versetzen so Mensch und Tier in Rückzugsstimmung. 

Die Wintertraube: „Warmzittern und Powerkuscheln gegen die Kälte“

Bienen halten keinen Winterschlaf und verfallen auch in keine Winterstarre. Bei Temperaturen unter 6° C, bilden sie eine einheitliche Wintertraube, in der sie sich eng aneinander kuscheln. Die im Stock vorhandenen Bienen stellen sich so lange neben- über- und untereinander bis sie eine Art Kugel bilden. Das Zusammenziehen zur Kugel / Ellipse ist eine schlaue wärmetechnische Lösung, denn die relativ kleine Oberfläche dieser geometrischen Form verhindert unnötigen Wärmeverlust.

Foto 1: Zentraler Sitz dieser Wintertraube.  

Die Außenhülle der Wintertraube besteht aus eng sitzenden Bienen die durch ihre Körper eine isolierende Schutzschicht bilden. Unter dieser Außenschicht sitzen Bienen, die durch Bewegung ihrer Flugmuskulatur,

Wärme erzeugen und diese an ihre Umgebung abstrahlen. Bienen die im direkten Kontakt zum Winterfutter stehen, nehmen dieses auf und verteilen es an alle Bienen – besonders an die erwähnten „Heizerinnen“. Je nachdem welche Außentemperaturen vorherrschen verbrauchen diese dabei, durch zyklisches Heizen, unterschiedlich viel von ihrem Vorrat an Winterfutter / Brennstoff. 

Dieses zyklische Heizen in der brutfreien Zeit „verschleißt“ die Winterbienen weniger als Brut zu pflegen. Brut zu pflegen erfordert noch mehr Verschleiß an „Frauenpower“!

Durch diese Weise hält die Wintertraube eine relativ konstante Temperatur von 20 – 24°C im Kern aufrecht. Am Rand der Kugel ist es mit 10 – 12°C allerdings wesentlich kühler. Damit keine Biene zu sehr auskühlt, sorgen die Bienen durch ständigen Platzwechsel dafür dass die außen sitzenden Bienen zum Aufwärmen wieder in den Innenbereich gelangen. Die Königin sitzt in der Mitte wo es am wärmsten ist und erhält so den besten Platz.  

Selbst härteste Winter mit Temperaturen von bis zu 30 Minusgraden können so einem ausreichend großen Bienenvolk / Wintertraube nichts anhaben!

Bitte nicht Stören!

Bei Störung kommt es zu einer erhöhten Futteraufnahme dadurch wird unnötig mehr Energie verbraucht. So kommt es auch zu einer schnelleren Überlastung der Kotblase und mitunter zum Abkoten im Stock. Bei starken Erschütterungen kann es passieren, dass viele Bienen von der Wintertraube abfallen und erstarren, ehe sie wieder die schützende Wintertraube erreicht haben. Der / Die ImkerIn muss also dafür sorgen dass die Bienenvölker vor jeglicher Erschütterung und Lärm geschützt sind.  

Wer erfahren will wie es seinen Bienen im Winter geht kann sein Ohr / besser ein Stethoskop von außen an den Bienenstock halten.

Ein leises gleichmäßiges Summen zeugt von normalem Verhalten. Ungleichmäßige oder aufgeregte lautere Geräusche können auf einen Notzustand hin weisen. Diese Bienenvölker muss man sich für eine spätere Kontrolle vormerken. 

Neuerdings werden auch Wärmebildkameras zur kontinuierlichen Verfolgung der Temperaturverteilung im Bienenstock herangezogen. Dabei erhält man anhand der Wärmebildaufnahmen, Rückschlüsse auf Stärke, Sitz und Brutverhalten der Bienen.

Abb. 1: Wärmebildaufnahme bei zweizargiger Überwinterung. Die Wintertraube bleibt immer Winter immer unten. Quelle: https://www.imkerforum.de/forum/thread/54124-wintertraube-bleibt-unten/

Restentmilbung Planen

Wenn wir den 09.11.2019 als ersten Nachtfrost (Beginn Kälteeinbruch) registrieren, so können wir mit 30.11.2019, ca. 3 Wochen später, mit Brutfreiheit rechnen. Also sollte die Restentmilbung nicht vorher gemacht werden.

Die Restentmilbung mit Oxalsäure (verdampfen / beträufeln) bei kühlen Temperaturen 0°- 5° Grad (kein Bienenflug) wirkt nach Anwendung ca.10 Tage nach.

Kontrolle nach Restentmilbung:

Nach einer Restentmilbung mit Oxalsäure durch beträufeln (handwarme Lösung) der Wintertraube oder verdampfen im Bienenstock kehrt dann endgültige Ruhe am Bienenstand ein. 

Außer zur Varroa – Abfallkontrolle / Gemülldiagnose (2-3 Wochen nach Restentmilbung) sollen die Bienenvölker nicht mehr gestört werden. 

Die nach der Restentmilbung eingelegte Stockwindel gibt Rückschlüsse auf die Wirksamkeit und Effizienz des angewendeten Hauptentmilbungskonzept, aber auch über eine eventuelle Reinvasion von Milben.

Ebenso kann Rückschluss auf die Volkstärke gezogen werden!

(siehe Monatsbetrachtung August- September 2017 / Gemülldiagnose)

Ruhe muss sein!

„Es soll!; Ja es muss Winter sein!“ 

Zeitgerecht soll es auch wieder Frühling werden! (Anfang März)

Den großflächigen „Brut Start“ wünscht sich der/die erfahrene Imker/In erst Anfang März. Wünschenswert ist nach 6-8 Wochen Kälteperiode ein „Reinigungsflug“ (Tauwetter / Föhn Tag) zur Entleerung der Kot Blase.

Kontrollgänge:

Kontrollgänge nach starkem Schneefall oder einem Wintersturm verstehen sich von selbst.

Hierbei kann bei Freiaufstellung Schnee oder Eis behutsam vom Flugloch entfernt werden ebenso können tote Bienen das Flugloch blockieren.

Foto 2: Schnee am Flugbrett

Ruhen – Weiterbilden – Evaluieren – Planen – Vorbereiten:                                                                   Auch uns Imkern/Innen sei in dieser kalten Jahreszeit Ruhe gegönnt! In ruhigen Stunden ein Fachbuch zur Hand zu nehmen, Ideen und Denkanstöße auf zu greifen, als auch das aneignen von neuem „Bienenwissen“ versteht sich wohl von selbst. 

  • Was lief gut im vergangenen Jahr und was ist verbesserungswürdig?
  • Was sollte ich an meinem Betriebssystem und meiner Arbeitsweise ändern?
  • Wo möchte ich Schwerpunkte setzten: Schwarmverhinderung, Jungvolkbildung, Königinnenzucht, Varroabehandlung, Neuinvestitionen, usw.?  Entsprechend der Schwerpunkte gilt es dann wiederum Vorbereitungen zu treffen. 

Nicht termingebundene Arbeiten:

Die Wintermonate eignen sich um Rähmchen zu reinigen, Wachs zu schmelzen, Bienenbeuten wieder instand zu setzen und die gesamte Gerätschaft auf „Vordermann“ zu bringen. Neue oder gereinigte Rähmchen, Saubere Beuten, Zucht Utensillien, usw. gilt es früh genug bereit zu stellen. Wer jetzt die erwähnten Dinge vorbereitet, gerät während der Saison nicht in Bedrängnis wenn diese Dinge mitunter rasch benötigt werden.

Bienenwachs:                                                                                                                                                      Zum Bienenwachs ein paar Worte! Ich empfehle, beim Einstieg oder beim Kauf von Mittelwänden auf rückstandfreies biologisches Wachs zurück zu greifen. Denn nur dieses Wachs ist nachweislich frei von Schadstoffen und fremden Paraffin. In weiterer Folge bietet sich an, einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen. 

Mittels eines Sonnenwachsschmelzers lässt sich effizient und kostengünstig denn Sommer hindurch, jegliches Wachs von der Altwabe bis hin zum Entdeckelungswachs (reinstes Wachs/Salbenzubereitung) ausschmelzen! „Der Sonnenwachsschmelzer ist die Sparbüchse der Imkerei“! Mann/Frau wirft oben immer wieder Altwachs / Wachsreste usw. hinein und unten nimmt Mann/Frau „pures Gold“ heraus ☺!

Diese „Wachsgoldbarren“ lassen sich mittels Mittelwandpresse wieder zu Mittelwänden verarbeiten. Wem dies zu aufwändig ist, der kann sein „Gold“ an entsprechender Stelle wiederum gegen rückstandfreie Mittelwände eintauschen. Größere Mengen an Bienenwachs (ab 20 – 25 kg) können von größeren Bienenwachsverarbeitern auch zu Mittelwänden umgearbeitet werden lassen. So hat man sein eigenes Wachs in einen Kreislauf gebunden. 

    Foto 3: Bienenwachskerzen

Große Wachsüberschüsse lassen sich gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit in Form von Bienenwachskerzen die gegossen, gezogen oder gerollt sind, auf Weihnachtsmärkten gut an die Kundschaft bringen.

Wer gerne „Weihnachts-Krömle“ mit Honig backen möchte und für den Fall, dass noch reichlich Honig vorhanden ist, möchte ich euch mit dieser vorweihnachtlichen Monatsbetrachtung ein „Krömlerezept“ mitschicken.

Honig – Krömle

Zutaten:  

  • 200g Honig 
  • 25g gesiebten Staubzucker
  • 1 Pkg Vanillezucker
  • 375g Weizenmehl
  • 2 TeeL. Backpulver
  • 1 Ei

Zum Bestreichen: 1 Ei

Zum Verzieren: Nüsse / Mandeln oder bunte Zuckerperlen.

Zubereitung: 

Den Honig, den Puderzucker, den Vanillezucker und das Ei gut verrühren.

Mehl und Backpulver mischen. Zwei Drittel davon unter die Honigmasse rühren, den Rest des Mehls unter den Teig kneten. Sollte der Teig sich noch sehr feucht anfühlen – etwas mehr Mehl beimengen. Teig an einem kühlen Ort eine Stunde ruhen lassen.

Den Teig ca. 0,5 cm dick ausrollen, Sterne in unterschiedlicher Größe ausstechen und auf ein, mit Backpapier ausgelegtes, Backblech legen. Mit verquirltem Ei bestreichen und verzieren. 

Backofen auf 175-190 Grad vorheizen. Bei gleicher Temperatur ca. 10-12 Minuten backen.

Je nach dem was für  „Ausstecherle“ genommen werden, lassen sie sich auch, mit Marillenmarmelade oder Quittengelee füllen.

Die fertigen Kekse unbedingt einige Tage in einer Keksdose, mit einem Stück Apfel nachziehen lassen. Gutes gelingen!

Wie Mann/Frau/Kind weiß, schmecken die Krömle vor Weihnachten am besten ☺!

Mit einem dicken Dankeschön, deponiert beim  Hl. Ambrosius (7. Dezember), für dieses spannende und honigreiche Jahr, verabschiede ich mich und wünsche euch einen besinnlichen Advent und friedvolle Weihnachten, eine schöne Zeit mit euren Lieben und einen guten Rutsch in ein hoffentlich, ähnlich erfolgreiches Jahr 2020!

Euer Peter