Rückblick und Monatsbetrachtung Februar 2020

Hiermit melde ich mich zurück aus meiner „Winterruhe“! Ich werde auch heuer versuchen euch als „Monatsanweiser“ einige Betrachtungen und Tipps zum Nach- bzw. Vorauslesen, mit auf den Weg zu geben.

Mir als „Betrachter“ bzw. „Anweiser“ ist klar das Tipps und Ratschläge, die Erfahrung und das Erlebte am Bienenvolk nicht ersetzen können, sowie meine Betrachtungen und Einschätzungen sich nicht immer gänzlich mit Jedermanns / Fraus Meinung decken. Viele Wege führen nach Rom! Ebenso ist es durch eine Monatsanweisung kaum möglich alle Themen und Inhalte im Jahresverlauf eines Bienenjahres bis ins Kleinste zu beschreiben.

Es wiederholen sich jedes Jahr viele der Tätigkeiten und Abläufe, dadurch wiederholen sich teilweise auch meine „Betrachtungen“. Dennoch versuche ich immer wieder neue Themen, also „Neues“ und vielleicht „Unentdecktes“ einfließen zu lassen! 

Zur Vertiefung der einzelnen Themen und Inhalte sollen unsere Hocks und Versammlungen im geselligen Rahmen aber auch die angebotenen Veranstaltungen bei den Bienen Vorort genutzt werden!

Ich bitte euch diese Treffen auch als Frageforum (Diskussionsrunde) an unsere erfahrenen ImkerInnen zu nutzen!

Wie war das bisherige Winterwetter?

Nach einem viel zu milden Dezember, mit Temperaturen von über 20 Grad Celsius am 17. und 20. Dezember, und entsprechendem Bienenflug brachte nach Weihnachten ein stabiles Hoch Namens „Xia“ endlich kühleres Wetter ins Ländle. Die ersten „Eistage“ mit Tagestemperaturen unter Null Grad wurden bei uns im Rheintal am 1. und 2. Januar registriert. 

Der Jänner war sehr sprunghaft und bot von allem etwas.  In mittleren Lagen (Hanglagen) über dem Nebel war es sehr oft mild, und so wurden von mir zum Jahreswechsel auch schon blühende Haselbüsche gesehen. Am 11.01.2020, um 11:30 Uhr trugen viele meiner Bienenvölker Haselpollen ein.  

Die erste Januarhälfte war geprägt von Inversionswetterlagen, wenig Niederschlag und über durchschnittlich vielen Sonnenstunden. Erst in der dritten Jännerwoche brachte Hoch „Ekart“ winterlich kaltes Wetter. Jetzt Ende Januar, beim Schreiben dieser Zeilen kündigt der Schweizer Wetterdienst eine wechselhafte „Westwetterlage“ an. Erstaunlich ist auch, dass bisher im Rheintal keinerlei geschlossene Schneedecke zu verzeichnen war. Im letzten Jahr um diese Zeit hatten wir für gut sechs Wochen eine geschlossene Schneedecke.

Wir werden sehen ob uns im Februar oder gar im März der Winter noch seine Zähne zeigen wird. Ebenso ob sich die Temperaturen an die Jahreszeit halten.

An dieser Stelle möchte ich euch auch heuer auf den Kalender der zehn Jahreszeiten aufmerksam machen.  

Er zeigt neben dem phänologischen Kalender mit den entsprechenden „Zeigerpflanzen“, auch die Monate mit entsprechender Anweisung und der entsprechenden imkerlichen Tätigkeit.

Sehr praktisch ist auch das „Varroamonitoring“ mit entsprechend empfohlener Behandlungsart an Brut und Bienen dargestellt.

Abb. 1: Jahreskalender für ImkerInnen / Der Beginn und die Dauer der phänologischen Jahreszeit variiert regional, sowie jährlich. Die angegebene Dauer ist der Durchschnitt seit 1991. Die Entwicklung der Bienenvölker ist eng an die lokalen Umgebungsbedingungen gebunden.

Der Februar:

Der Februar ist ein Monat der sehr unterschiedlich ausfallen kann. Er kann manchmal sogar der kälteste Monat im Jahr sein, aber auch schon regen Bienenflug mit Polleneintrag aus den vielen Frühblühern wie Hasel, Erle, Krokus, Huflattich u.a.liefern.

Was gibt es im Februar an den Bienenvölkern zu tun? 

Wenn Mann/Frau seine Bienenvölker richtig auf die Überwinterung vorbereitet hat: 

NICHTS!  Also dasselbe wie im Jänner! 

„Ruhe ist die beste Bienenpflege“

Kontrollgänge (Fluglochkontrolle wegen der Schneelage, usw.) verstehen sich von selbst!

Futter sollte noch mehr als genug im Bienenvolk vorhanden sein!

Bisher hielt sich der Futterverbrauch bei den Bienenvölkern in Grenzen. Brutfreie Bienenvölker brauchen verhältnismäßig wenig Winterfutter, ca. 1 – 1,5 kg im Monat.

Die Menge der noch benötigten Futterreserven ist abhängig von der Volksstärke und variiert regional. Auf jeden Fall muss das Futter  reichen bis im Frühjahr einen nennenswerte Tracht einsetzt.

Sollten die Futtervorräte im Laufe des Winters knapp werden ist eine Notfütterung notwendig Eine Notfütterung muss möglichst nahe am Bienensitz erfolgen und unmittelbar von den Bienen aufgenommen werden können.

Scheint die Sonne auf die Bienenbeute lockert sich die Wintertraube. Mit den länger werdenden Tagen und Temperaturen über +6°C werden unsere Bienen zusehends aktiv. 

Es werden die ersten Brutzellen durch Arbeiterinnen vorbereitet und schon bald beginnt die Königin wieder Eier zu legen und die Bienenvölker beginnen ein Brutnest aufzubauen. Das Eiweiß zur Futtersafterzeugung kommt, bis der erste Pollen eingetragen wird, aus den körpereigenen Reserven der Arbeiterinnen und den eingelagerten Pollenreserven.

Ab diesem Zeitpunkt leisten unsere Bienen wieder „Schwerstarbeit“ und brauchen bedeutend mehr Winterfutter

Nach erfolgtem Reinigungsflug (entleeren der Kotblase) bei Temperaturen über +10 bis +12° C, wird Pollen und dringend benötigtes Wasser (zur Brutpflege) in den Stock gebracht. 

Übrigens: Beim Reinigungsflug – zum abkoten, fliegen Bienen am liebsten über helle Flächen, etwa glänzende Autos, sauber geputzte Fenster oder gar frisch gewaschene und draußen hängende Wäsche. Während dieser „Ausflugserleichterung“ fliegen sich unsere Bienen neu auf ihr Flugloch ein, denn durch die lange Winterpause haben sie ihre im Herbst erworbene Orientierung wieder vergessen.

Der Imker kann durch regelmäßiges hören der Wettervorhersage den ungefähren Zeitpunkt des Reinigungsfluges vorhersagen, um den/die unmittelbaren Nachbarn zu informieren! 

So kann unerwünschten Überraschungen vorgebeugt werden.

Abb. 2: Resultat des Reinigungsfluges am 08.02.2019 / Fotoaufnahme um 16:30 Uhr.

Richtung März kann vorausschauend gesagt werden:

Der Wärmehaushalt rückt wieder in den Fokus!

Im Frühjahr lassen sich dunkle unbesetzte Altwaben durch „Einengen“ des „Bienensitzes“ am besten aus dem Verkehr (Völkern) ziehen! Die Völker sind noch klein und so lassen sich an sehr milden Tagen, auch alte „verbaute“ Beutenböden aber sogar Zargen durch umhängen des Volkes mit wenig Aufwand und recht schnell Tauschen!

Durch „Einengen“ (Trennschied/e setzen) des Bienensitzes lässt sich der von den Bienen besetzte und zu wärmende Raum eingrenzen! So hält sich am Bienensitz die Temperatur besser („die Bienen haben eine kleinere Stube die beheizt werden muss“) die Volksentwicklung geht konstanter und gleichmäßiger von statten!

Bei konstanter Bruttemperatur werden auch die Bienen langlebiger! 

Auch der Futterverbrauch ist geringer.

Schon bald weckt die Sonne die Natur aus ihrem Winterschlaf und es werden sich durch die stärker werdenden Sonnenstrahlen die ersten Frühlingsboten zeigen! 

Im Vorfrühling mit den schon milden Tagen erwacht die Natur von Neuem und gleichzeitig kämpft die Sonne gegen die noch oft sehr kalten Nächte. 

Der Temperaturverlauf ist in der Pflanzen- und Tierwelt Taktgeber und animiert unsere Bienen um in Schwung zu kommen.

Blütenpollen wird schon bald nicht nur unsere Bienen, sondern auch die Pollen AllergikerInnen auf den Plan rufen.

Abb. 3: Biene im Anflug auf eine Frühlingsglockenblume.  

Nun freue ich mich auf einen hoffentlich noch großteils winterlichen Februar / Vorfrühling, eine gute Auswinterung und danach auf ein interessantes und erfolgreiches Bienenjahr mit Euch und euren Bienen

Mit Imkergruß, euer Peter

P.S.: Die nächste Monatsbetrachtung wird etwas später als gewohnt erscheinen, da ich mich im Februar wieder einmal für drei Wochen in Äthiopien „herumtreiben“ ☺ werde.