Monatsbetrachtung Oktober/November 2017

Jetzt im November kehrt Ruhe bei unseren Bienen ein. Der Bienenstand ist Wind- und Wetterfest gemacht nur gelegentliche Kontrollgänge um nachzuschauen ob alles in Ordnung ist, sind nötig.

Nach dem sehr kühlen und verregneten September konnten unsere Bienen im Oktober doch noch bis über die Monatsmitte hinaus bei mildem Wetter einige „Flugtage“ erhaschen!

Mit den stetig sinkenden Temperaturen rücken die Bienen zusammen und bilden eine homogene „Wintertraube“. Nur mehr im Kern der Traube wird Brut gepflegt.

Als „finale“ Tätigkeit bei den Bienenvölkern steht lediglich die „Restentmilbung“ bei Brutfreiheit an. Mit der Restentmilbung soll der Varroabefall auf nahezu Null gedrückt werden, damit die Bienenvölker mit möglichst wenigen Milben im nächsten Frühling in die Brutperiode starten!

An dieser Stelle möchte ich an alle appellieren eine suffiziente Restentmilbung zu machen!

Ein starkes Bienenvolk überwintert problemlos mit z.B. 200 an den Winterbienen „ansitzenden“ Milben, startet dann aber im Frühling mit einer hohen Milbenzahl und erreicht bereits im Juni – Juli eine fatale Schadensschwelle und läuft Gefahr bereits im Juli vor der ersten Hauptentmilbung gänzlich „einzubrechen“!
Ein gut „Restentmilbtes Volk“ startet mit kaum einer Milbe im Frühjahr die Schadens-Schwelle wird wenn überhaupt, erst viel später erreicht, somit läuft es nicht Gefahr frühzeitig einzubrechen!

Restentmilbung

Die Restentmilbung steht an, wenn die Völker brutfrei sind und eng auf der Wintertraube sitzen. Ältere Königinnen stellen früher ihre Legetätigkeit ein. Jüngere Königinnen tun das erst wenn eine Kälteperiode mit frostigen Nächten sie dazu zwingt. Nach mehrtägigem intensiven „Kältereiz“, ist nach frühestens 3 Wochen mit Brutfreiheit zu rechnen!

Bei Brutfreiheit und Außentemperaturen von 2°- 6° Grad (kein Bienenflug!), ist der beste Zeitpunkt möglichst alle an den Bienen ansitzenden Milben zu erreichen!

Oxalsäure

Als den perfekten Wirkstoff zur Restentmilbung stellt sich Oxalsäure dar. Dieser Wirkstoff wird durch die eng sitzenden Bienen, in die Wintertraube hinein gebracht und tötet bei Kontakt die ansitzenden Milben.
Durch eine Oxalsäure -Verdampfung (versch. zugelassene Geräte) im Bienenstock oder eine Beträufelung der Bienentraube von Oben mit einer Oxalsäurelösung (ebenfalls versch. Ox.S. Lösungen) kann dieser „Nullabgleich“ an unseren Bienenvölkern erreicht werden. Beide Behandlungsverfahren haben bei richtiger Anwendung einen Wirkungsgrad von über 90%!
Die Behandlung löst bereits am Behandlungstag einen deutlich erhöhten Milbenfall
aus. Der erhöhte Milbenfall hält mehr als eine Woche lang an und kann durch die Windeldiagnose ausgewertet werden.

Ich bitte euch bei den Anwendungen auf den entsprechenden Anwenderschutz (Atemschutzmaske, Schutzhandschuhe) zu achten!

Abb. 1: In jede besetzte Wabengasse muss geträufelt werden (bei ca. 2°bis 6° Grad Außentemperatur)

Wie in den letzten Jahren schon geschehen, besteht für „Kleinimker“ die Möglichkeit die Restentmilbung (Oxalsäureverdampfung) von mir oder von unserem „Tausendsassa“ Bernhard Wulz durchführen zu lassen. Ich bitte euch aber um frühzeitige Kontaktaufnahme mit mir und Bernhard um diese Behandlungen planen zu können.

Abb. 2: Beisppiel für einen, von inzwischen vielen zugelassenen Oxalsäureverdampfern (bei ca. 2° bis 6° Grad Außentemperatur)

An dieser Stelle möchte ich vor Restentmilbungen mit anderen hochtoxischen Substanzen die sich dann im Wachs anreichern warnen. Neben Rückständen im Wachs, und möglichen Resistenzen der Varroamilben gegen diesen Wirkstoff, riskieren wir unsere eigene Gesundheit!

Ich hoffe euch erneut beim nächsten Bienenhock zu sehen um über den Themenbereich Restentmilbung und andere aktuelle Themen zu diskutieren.

Bitte vergesst nicht die Anzahl eurer insgesamt betreuten Bienenstöcke bis zum Erhebungsstichtag 31.Oktober, an unseren Schriftführer zu übermitteln!

Somit verbleibe ich mit imkerlichem Gruß,
euer Peter