Monatsbetrachtung März 2018

Wie von mir in der letzten Monatsbetrachtung gewünscht hatte der Februar doch noch winterliches Wetter und Temperaturen im Gepäck! Strenge Minusgrade von -6° und -8° Grad Morgentemperatur waren am 13.02. und 14.02., sowie -10° bis – 12° Grad von 25.02 – 28.02. zu vermelden. An diesen sogenannten Eistagen zeigte das Thermometer nur Minusgrade an. Auch in der dritten und vor allem wie erwähnt letzten Februarwoche (polare Kaltluft!) war das Wetter unbeständig und der Jahreszeit entsprechend kalt. In der letzten Februarwoche sogar überdurchschnittlich kalt.
So wurde die vom milden Januar „angetriebene“ Vegetation, dadurch deutlich eingebremst!


Abb. 1: Quelle

Und doch nimmt die Tageslänge im Moment, täglich um knapp vier Minuten zu! Somit verlängern sich auch die Sonnenstunden an jedem Tag, und auch die Kraft der Sonne (Sonnenstand nimmt zu) kehrt zurück. Unsere Bienen spüren dies natürlich auch! Von dem Mehr an „Tageslicht“ gesteuert und unabhängig von Pollen und Nektareintrag (Futterfluss) pflegen sie jetzt im Februar/März schon ein Brutnest, das zwei bis fünf Waben umfasst (bis zu Handteller groß) und brauchen nun bedeutend mehr Winterfutter!

Frühjahrsdurchsicht und „Einengen“

Wie in der letzten Monatsanweisung erwähnt profitieren die Bienenvölker beim momentanen Entwicklungsstand und bei immer wiederkehrenden Kälterückschlägen, sehr von einer „Einengung“!

Durch das „Einengen“ und in die „Mitte rücken“ (Trennschied/e setzen) des Bienensitzes, an einem sehr milden März Tag (bei Sonnenhöchststand mind. +12bis +15° Grad) lässt sich der von den Bienen besetzte und zu wärmende Brutraum eingrenzen und zeitgleich lässt sich der Futtervorrat (mind. 8-10 kg) sowie die Volksstärke überprüfen. Ich bitte euch den möglichst kurzen Eingriff gut zu planen vorsichtig zu agieren (ohne Auslösung eines „Erdbebens“), um das Bienenvolk nicht zu lange zu stören. Wärmehaushalt! Keinesfalls sollte zu dieser Jahreszeit ein Bienenvolk komplett auseinandergenommen werden!

Wird ein Volk mit wenig Futter gesehen lässt sich leicht eine Futterwabe von einem „gut gefüllten“ Volk mit viel Futter entnehmen und dem „Hungrigen“ zuhängen! Ist keine Futterwabe zum dazuhängen da, kann auch durch direktes auflegen eines flach gedrückten Futterteigfladen (etwas vorgewärmt ca. 0,5 – 1 kg) auf die Oberleiste des Bienensitzes „notgefüttert“ werden. Futterteig ist eher trocken, daher wäre Flugwetter für die Bienen, um Wasser zu holen bei dieser Notfütterungsmaßnahme günstig!

Durch Einengen hält sich am Bienensitz die Wärme besser (die Bienen haben eine kleinere „Stube“/Raum die/der beheizt werden muss) die Volksentwicklung geht konstanter und gleichmäßiger von statten! Je wärmer, desto besser! Bei konstanter Bruttemperatur müssen die Winterbienen weniger „Aufheizarbeit“ leisten und bleiben dem Volk länger erhalten aber auch die heranwachsende „Neue Generation“ Frühjahrsbienen wird dadurch langlebiger! Je weniger stark sich die Winterbienen für das stark Lebenszeit verkürzende „Aufheizen“ des Brutraums aufzehren müssen, umso langsamer vollzieht sich deren Abgang im Frühjahr.

Ein an die entsprechende Volksstärke angepasster Brutraum ist über das gesamte Bienenjahr das „A+O“ für jedes Bienenvolk!

Fluglochbeobachtung/Kontrolle Volksstärke

Selbst ungeöffnet lässt sich eine Einschätzung der Bienenvölker machen. Durch eine für 8-10 Tage eingelegte Stockwindel lässt sich auch sehr gut die Volksstärke abschätzen! Dabei werden nach genanntem Zeitraum die Anzahl und die Länge der „Gemüllstreifen“ gesichtet und beurteilt. Auch durch das anheben des Deckels und einen kurzen Blick auf die Abdeckfolie sehe ich sofort wie viele Wabengassen besetzt sind und wie stark meine Bienenvölker sind. Die „Stärke“ wird auf der Stockkarte notiert! Ist es sonnig, mild und ein ruhiger emsiger Pollenflug zu beobachten dann ist sicher eine Königin im Volk vorhanden die auch Eier legt.

Die phänologischen Anzeiger des Vorfrühlings (Februar bis Anfang März), Frühblüher wie Haselnuss, Krokus, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Winterling, Kornelkirsche usw. sind die ersten Impulsgeber und spenden vor allem Pollen.


Abb. 2: Die Weidenblüte „puscht“ unsere Bienenvölker!

Zu Ende des Vorfrühlings steht der erste große „Motor“ – die Weidenblüte an! Durch die Weidenblüte und mildere Temperaturen erweitert das Bienenvolk sein Brutnest massiv und braucht dabei 1 bis 1,5 kg Winterfutter pro Woche. Das meiste Winterfutter wird im März/April verbraucht. Deshalb muss im zeitigen Frühjahr besonders bei den stärkeren Völkern darauf geachtet werden, dass sie nicht an Futtermangel leiden!

Der Erstfrühling äußert sich durch die Blüte von Forsythie, der Blattentfaltung von Stachel- und Johannisbeere, später der Blüte von Kirsche, Pflaume und Birne, von Schlehdorn und Ahorn. Ungefähr drei bis vier Wochen nach der Weidenblüte (Ende März – Anfang April) schlüpfen sehr viele Bienen – > die „Durchlenzung“ geht von statten!

Das Bienenvolk wird wieder stärker. Es schlüpfen mehr Bienen als „alte Winterbienen“ wegsterben und so hat die neue Generation Bienen plötzlich nicht mehr im eingeengten Bienensitz Platz.

Die Bienen sitzen nun hinter dem Trennschied/en und wärmen dort die nächsten Waben mit dessen Futter an. Je nach Wetter und Futterfluss (Nektar- und Polleneintrag) von außen erwacht im Bienenvolk der Bautrieb (oft zur Zeit der Steinobstblüte). Erst jetzt und mit entsprechendem Fingerspitzengefühl in Bezug auf den Wetterbericht können die ersten Erweiterungsschritte getätigt werden!

Dass Erweiterungsschritte nötig werden zeigt auch ein durchhängendes Bienenvolk (Bienenbauch). Hat so ein Bienenvolk fünf bis sechs oder mehr Brutwaben kann je nach Volksstärke das/die Trennschied/e weiter seitlich gesetzt werden oder es können ein bis zwei Mittelwände oder der Baurahmen eingehängt werden. Mittelwände werden von mir immer zwischen der Randbrutwabe und der nach außen folgenden Pollenwabe eingehängt. An das, und niemals in das Brutnest!
Der Baurahmen als Instrument der „Varroafalle“ und zur Schwarmvorbeugung soll in der nächsten Monatsanweisung Erwähnung finden.
Bei solchen Erweiterungsschritten empfiehlt es sich überhaupt immer einen Blick auf die Wettervorhersage der nächsten Tage zu machen.

Ich teile die Meinung mancher Imker KollegInnen nicht, dass so früh wie möglich Erweiterungsschritte gesetzt werden soll, um dem Schwarmtrieb Vorhalt zu geben. Natürlich geht die Entwicklung der Bienenvölker durch die voll erblühte Natur und das Überangebot an Pollen und Nektar im April rapide voran, aber nochmals sei erwähnt, im März und April, je wärmer, desto besser!


Abb. 3: Quelle

Blick voraus

Der Vollfrühling ist durch die Blüte von Apfel, Rosskastanie und Löwenzahn, später auch der Himbeere gekennzeichnet, bei mildem Wetter und beginnender Hauptblüte, geht es Schlag auf Schlag. Sind die eingehängten Mittelwände/Baurahmen ausgebaut und bestiftet sowie ist die Brutraumzarge voll mit Bienen besetzt (durchhängend/Bienenbauch) kann dann der erste Honigraum (Zarge) aufgesetzt werden.

Zum Abschluss der Märzmonatsanweisung möchte ich euch noch einen Webtipp ans Imkerherz legen.
Auf der Webseite (http://www.imkerei-zocher.de/bienenweide/) ist ein phänologisch („Jahreszeitlich“) guter Überblick von Bienenweidepflanzen zu sehen. Bemerkenswert ist die Einteilung des Nektar- und Pollenwertes der Pflanzen durch ein Ziffernsystem. So kann Mann/Frau einen sehr guten Überblick über die „Bienenfreundlichkeit “ der einzelnen Trachtpflanzen gewinnen.

Mit großer Vorfreude auf wärmere Tage und summende Bienen verabschiede ich mich
euer Peter