Monatsbetrachtung für Oktober 2018

Sehr mild und doch mit regelmäßigen Regengüssen gespickt begann der Monat September. So gab es nach dieser langen sommerlichen „Durststrecke“ endlich, ausreichend Feuchtigkeit so das sich die Vegetation wieder regte!Sturmtief „Fabienne“ vom 23.09 auf den 24.09 brachte dann endgültig den Herbst ins Ländle. 

So lagen die Frühtemperaturen am 25.09 und 26.09 bei gerade mal 4°-5° Grad Celsius.

Phänologisch befinden wir uns im Vollherbst! Vom Vollherbst spricht man wenn die Wallnüsse reifen. Zurzeit finden unsere Bienen Pollen und Nektar bei der Fetthenne, Efeu, bei Astern und anderen Herbstblumen. Auch diverse Zwischensaaten (Gründüngung) auf Feldern und Gärten, wie Phacelia oder Senf stellen noch ein Angebot dar.

Abb. 1 und 2:  Fetthenne und Efeu bitten unseren Bienen neben Pollen auch reichlich Nektar. Quelle: https://www.imkerei-zocher.de/bienenweide/ Zugriff 26.09.2018

Die Weichen für das winterliche Wohlergehen deiner Bienenvölker sind schon gestellt! 

„Sein oder nicht Sein“ entscheidet nicht die Glücksgöttin Fortuna sondern der umsichtige ImkerIn der bei der Spätsommerpflege sehr gewissenhaft war!

Mit den letzten Handgriffen im Oktober, je nach Standort einer Fluglochsicherung (Flugloch vor Mäusen sichern / 7 mm) und Windeldiagnose (um eine mögliche ReInvasion zu erkennen), sowie einer Restentmilbung bei Brutfreiheit (je nach Witterung/frühestens Mitte November) werden die Vorrausetzungen für eine erfolgreiche Auswinterung komplettiert.

Wie im letzten Newsletter erwähnt jetzt im Oktober sollten die Bienenvölker gut entmilbt, stark genug (mind. auf vier Waben sitzend) mit ausreichend Futter versorgt, auf jungem Wabenbau sitzend sowie möglichst mit einer jungen Königin versorgt sein!

Mit solchen Vorrausetzungen sollten sie sicher über jeden Winter kommen!

An schönen milden Tagen nehme ich mir die Zeit zur Fluglochbeobachtung, ein ruhiger Flug und schöner Polleneintrag bestätigen mir die Weiselrichtigkeit der Völker. Ebenso können bei Sonnenhöchststand, am frühen Nachmittag „vortanzende“ (auf und abfliegende) Jungbienen bei ihrem ersten Ausflug beobachtet werden.

Arbeiten an den Bienenvölkern sollten weitgehend abgeschlossen sein. Völker durchwühlen, Waben vertauschen und Bienensitz verändern, sollte ohne wirklichen Grund vermieden werden. Das Volk richtet sich seinen Sitz, das Futter und den Pollen so ein, wie es seit Jahrtausenden instinktiv macht, um gut über die kalte Jahreszeit zu kommen.

Umweiselungen:

Wen jetzt noch eine Königin ausgetauscht werden soll kann dies recht einfach gemacht werden. Im Oktober gelingt das Königinfinden leichter als im Sommer, denn die Völker haben weniger Bienen und weniger Brut. Das Umweiseln gelingt praktisch immer! 

Beim Öffnen des Bienenvolkes betrachte ich den Bienensitz. Wo ist die Mitte? Dort wird die letzte Brut gepflegt und dort wird sich auch die Königin aufhalten. Dann wird eine Randwabe gezogen um alle Waben en bloc verschieben zu können. Die anvisierte Kernwabe wird vorsichtig gezogen und nach der Königin abgesucht. Wird sie hier nicht gesichtet, wird die Suche auf den Nachbarwaben fortgesetzt bis sie gefunden ist. Die „Alte Königin“ wird an den Flügeln gepackt und gekäfigt. Das Volk wird wieder folgerichtig zusammengestellt und in eine Wabengasse des Brutnestes (meist Mitte Bienensitz) wird die „Neue Königin“ unter Futterteigverschluss in einem „Ausfresskäfig“ eingehängt. Damit wäre die Umweiselung eines noch ausreichend starken Volkes abgeschlossen.

In dieser Art und Weise lassen sich jetzt auch noch sogenannte „Stecher“ (böse Bienenvölker) relativ einfach „umpolen“☺. 

Wie beim Septemberhock erwähnt, funktioniert die Umweiselung durch aufsetzten des Apideakästchen samt Bienen zu 100%. Auch hier soll die alte Stockmutter zuerst entfernt werden! Danach kann, wenn vorhanden das „Spundloch“ im Deckel der Bienenbeute als „Übertrittspforte“ fungieren!

Wenn die unerwünschte Stockmutter entfernt ist, wird das Spundloch geöffnet, etwas Futterteig ins Loch gestopft und ein feuchtes Blatt Zeitungspapier aufgelegt. Danach wird der Boden des Apidea Begattungskästchen zu 2/3 gezogen, so das sich die entstandene  Apidea-Bodenöffnung auf das mit Zeitungspapier bedeckte Spundloch legen lässt. Der Rest erledigen die Bienen von selbst. Von unten knabbert sich das entweiselte Volk durch den Futterteig nach Oben. Von Oben knabbert der kleine „Nucleus“ – Ableger Völkchen nach unten! So vereinigen sich diese Beiden zu einem „Individuum“. Die Königin wird nach einigen Tagen durch die Pforte nach unten „gereicht“ und dort gerne in Empfang genommen.

Letzte Durchsicht / Beurteilung der Volksstärke bei schwächeren Völkern:

Nach einer kühlen Oktobernacht (unter 5° Grad) sollten bei einer Draufsicht von Oben, am frühen Vormittag auf vier Waben gut besetzt Bienen zu sehen sein!

Nur wenn mindestens ca. 5000 Bienen im Stock vorhanden sind kann das Volk eine optimale Temperatur in der Wintertraube aufrechterhalten. Kleine oder kleinste Völkchen bitte lieber mit anderen vereinigen!

Das „hätscheln und tätscheln“ der kleinsten Bienenvölkchen jetzt im Herbst kostet den Imker nur Ressourcen in Form von Zeit und Nerven, Futter und Energie!

Lieber weniger Bienenvölker einwintern und dafür alle auswintern, als alle einwintern und weniger auswintern!

Wird bei dieser letzten Durchsicht wenig Futtervorrat gesehen kann jetzt (bei mildem Wetter) noch letztmalig möglichst nahe am Bienensitz „dicker“ Sirup (3:2) angeboten werden.

Je nach Beutensystem kann nach der endgültigen Auffütterung eine Isolationsschicht, in oder auf den Beutendeckel, ein- bzw. aufgebracht werden. Die Isolationsschicht oben auf (am „Kopf“) hilft den Bienenvölkern in der Übergangszeit (es wird noch Brut gepflegt bei 36° Grad) die Stock-Wärme zu halten.

Mit stetig kälteren Nächten ziehen sich die Bienen zurück und rücken immer enger zusammen. So wird das Flugloch nicht mehr so intensiv bewacht. Ich halte, wenn nicht eh schon geschehen das Flugloch eher klein! Es ist nicht nur gegen die „Räuberei“ der eigenen „Spezies“ von Nutzen, sondern hilft auch die Wespen besser fern zu halten. Wespen bedienen sich in dieser kühleren Phase am Bienenvolk. Ein vitales, starkes Bienenvolk mit eingeengtem Flugloch hat mit Wespen aber kein Problem!

Die letzten Monate im Jahr hat der/die ImkerIn kaum noch Arbeit am Bienenvolk. Außer einer zeitgerechten Restentmilbung sollten die Bienen nicht mehr gestört werden!

Mein Großvater war auch Imker und dieser pflegte zu sagen:

„Im Spätherbst solle der Imker den Schlüssel zu seinem Bienehaus verlieren und erst im Frühjahr wieder finden“!

Hier im Anschluss eine Tabelle aus der die wichtigsten Maßnahmen im Jahresverlauf zu entnehmen sind.

Abb. 3:Quelle: http://www.immelieb.de/videos/von-der-auswinterung-bis-zur-einwinterung/

So wird es im Bienenhaus und am Bienenstock ruhiger, hingegen in der imkerlichen Werkstatt beginnt der Umtrieb. Jetzt kommt für uns ImkerInnen die Zeit, in der wir uns vermehrt den „Revisionsarbeiten“, heuer auch der Honigvermarktung und der Wachsverarbeitung widmen können. 

Zum Abschluss möchte ich euch erneut ermuntern, beim nächsten Hock dabei zu sein, um über die hier erwähnten Themenbereiche zu diskutieren. So können Unklarheiten ausgeräumt und nicht Erwähntes besprochen werden!

Bitte vergesst nicht die Anzahl eurer insgesamt betreuten Bienenstöcke am Erhebungsstichtag 31.Oktober, an unseren Schriftführer zu übermitteln! Kann natürlich auch schon etwas früher geschehen.

E-Mail reiter_k@aon.at
Grillparzerstrasse 10
6845 Hohenems
Telefon +43 699 11850250

Unser Schriftführer Reiter Kurt, „pflegt“ für jeden von uns, wie ihr wisst die VIS – Datenbank (Völkerzahlerhebung). Dafür sei ihm an dieser Stelle gedankt!

Für die Meldung der Völkerzahl gibt es 2 Stichtage:

1. Erhebungsstichtag 31. Oktober: Die am 31. Oktober gezählten „insgesamt betreuten Bienenvölker“ sind spätestens am folgenden 31. Dezember im VIS einzugeben.
2. Erhebungsstichtag 30. April: Die am 30. April gezählten „insgesamt betreuten Bienenvölker“ sind spätestens am folgenden 30. Juni im VIS einzugeben.

Ich verbleibe mit imkerlichen Gruß,
euer Peter