Monatsbetrachtung für Februar 2019

Hiermit melde ich mich zurück aus meiner „Winterruhe“ und ich werde auch heuer versuchen euch als „Monatsanweiser“ einige Betrachtungen und Tipps zum Nach- bzw. Vorauslesen auf den Weg zu geben.

Mir als „Betrachter“ bzw. „Anweiser“ ist klar das Tipps und Ratschläge, die Erfahrung und das Erlebte am Bienenvolk nicht ersetzen können, sowie meine Betrachtungen und Einschätzungen sich nicht immer gänzlich mit Jedermanns / Fraus Meinung decken. Viele Wege führen nach Rom! Ebenso ist es durch eine Monatsanweisung kaum möglich alle Themen und Inhalte im Jahresverlauf eines Bienenjahres bis ins Kleinste zu beschreiben.

Es wiederholen sich jedes Jahr viele der Tätigkeiten und Abläufe, dadurch wiederholen sich teilweise auch meine „Betrachtungen“. Dennoch versuche ich immer wieder neue Themen, also „Neues“ und vielleicht „Unentdecktes“ einfließen zu lassen! 

Zur Vertiefung der einzelnen Themen und Inhalte sollen unsere Hocks und Versammlungen im geselligen Rahmen aber auch die angebotenen Veranstaltungen bei den Bienen Vorort genutzt werden! Ich bitte euch diese Treffen auch als Frageforum (Diskussionsrunde) an unsere erfahrenen ImkerInnen zu nutzen!

Wie war das bisherige Winterwetter?

Wurde der Jahreswechsel noch ohne weiße Pracht, sehr zum Leidwesen aller „Skikürsler“ und Wintersportler verbracht, so zeigte der Jänner ab dem 04.01. dann sehr wohl was möglich ist. Die Nordstaulagen brachten für fast 14 Tage eine Schneefront nach der anderen an die Alpennordseite. So gab es da und dort Rekordschneemengen, und auch im Ländle war eine geschlossene Schneedecke für gut 6 Wochen vorhanden. Ebenso hielten sich die Temperaturen an die Jahreszeit. Nachttemperaturen um -6 bis -8°C waren und sind keine Seltenheit und durchaus erwünscht. 

In der Nacht vom 3. auf den 4. Februar schüttelte Frau Holle erneut die Decken aus. Schnee, Frost und Kälte waren und sind offenbar weiterhin an der Tagesordnung. (Ganz anders als letztes Jahr / 2018 – mehrtägig Polleneintrag bedingt durch Haselblüte Ende Januar!) 

Kalte Nächte lassen auch kaum eine Tageserwärmung zu, und so war es erst vom 8. – 10.02.2019 soweit das eine etwas mildere Strömung im Rheintal einzog, und unsere Bienen konnten ihre Kotblase entleeren. Beim schreiben dieser Zeilen (13.02.2019) sagt der Wetterbericht für die nächsten Tage milderes und sonniges Wetter voraus. So scheint wohl endgültig der phänologische Vorfrühling (Haselblüte, Frühblüher) Einzug zu halten und die „Zeit des Erwachens“ scheint für unsere Bienen gekommen zu sein.

Jahreskalender für Imkerinnen 

Ein großes Dankeschön an Daniel Pfeiffenberger – Obmann d. Imker-Ortsgruppe Salzburg Stadt/Umgebung, er hat es möglich gemacht das ich euch den Kalender der zehn Jahreszeiten zur Verfügung stellen darf.

Ich finde den Kalender als sehr gut gelungen! 

Er zeigt neben dem phänologischen Kalender mit den entsprechenden „Zeigerpflanzen“, auch die Monate mit entsprechender Anweisung und der entsprechenden imkerlichen Tätigkeit.

Richtig praktisch ist auch das „Varroamonitoring“ mit entsprechend empfohlener Behandlungsart an Brut und Bienen dargestellt.

Bezieher der Fachzeitschrift des Österr. Imkerbundes (Bienen aktuell) ist dieser Kalender in der Dezember Ausgabe 2018 sicher schon aufgefallen. 

Abb. 1: Jahreskalender für ImkerInnen / Der Beginn und die Dauer der phänologischen Jahreszeit variiert regional, sowie jährlich. Die angegebene Dauer ist der Durchschnitt seit 1991. Die Entwicklung der Bienenvölker ist eng an die lokalen Umgebungsbedingungen gebunden.

Was gibt es im Februar an den Bienenvölkern zu tun? 

Wenn Mann/Frau seine Bienenvölker richtig auf die Überwinterung vorbereitet hat: NICHTS!  Also dasselbe wie im Jänner! 

Kontrollgänge (Fluglochkontrolle wegen der Schneelage, usw.) verstehen sich von selbst!

Futter sollte noch mehr als genug im Bienenvolk vorhanden sein!

Bisher hielt sich der Futterverbrauch bei den Bienenvölkern in Grenzen. Brutfreie Bienenvölker brauchen verhältnismäßig wenig Winterfutter, ca. 1 – 1,5 kg im Monat.

Scheint die Sonne auf die Bienenbeute lockert sich die Wintertraube. Mit den länger werdenden Tagen und Temperaturen über +6°C werden unsere Bienen zusehends aktiv. 

Es werden die ersten Brutzellen durch Arbeiterinnen vorbereitet und schon bald beginnt die Königin wieder Eier zu legen und die Bienenvölker beginnen ein Brutnest aufzubauen. 

Ab diesem Zeitpunkt leisten unsere Bienen wieder „Schwerstarbeit“ und brauchen bedeutend mehr Winterfutter

Nach erfolgtem Reinigungsflug (entleeren der Kotblase) bei Temperaturen über +10 bis +12° C, wird Pollen und dringend benötigtes Wasser (zur Brutpflege) in den Stock gebracht. 

Übrigens: Beim Reinigungsflug – zum abkoten, fliegen Bienen am liebsten über helle Flächen, etwa glänzende Autos, sauber geputzte Fenster oder gar frisch gewaschene und draußen hängende Wäsche. Während dieser „Ausflugserleichterung“ fliegen sich unsere Bienen neu auf ihr Flugloch ein, denn durch die lange Winterpause haben sie ihre im Herbst erworbene Orientierung wieder vergessen.

Der Imker kann durch regelmäßiges hören der Wettervorhersage den ungefähren Zeitpunkt des Reinigungsfluges vorhersagen, um den/die unmittelbaren Nachbarn zu informieren! 

So kann unerwünschten Überraschungen vorgebeugt werden.

Abb. 2: Resultat des Reinigungsfluges am 08.02.2019 / Fotoaufnahme um 16:30 Uhr.

Richtung März kann vorausschauend gesagt werden:

Der Wärmehaushalt rückt wieder in den Fokus!

Im Frühjahr lassen sich dunkle unbesetzte Altwaben durch „Einengen“ des „Bienensitzes“ am besten aus dem Verkehr (Völkern) ziehen! Die Völker sind noch klein und so lassen sich an sehr milden Tagen, auch alte „verbaute“ Beutenböden aber sogar Zargen durch umhängen des Volkes mit wenig Aufwand und recht schnell Tauschen!

Durch „Einengen“ (Trennschied/e setzen) des Bienensitzes lässt sich der von den Bienen besetzte und zu wärmende Raum eingrenzen! So hält sich am Bienensitz die Temperatur besser („die Bienen haben eine kleinere Stube die beheizt werden muss“) die Volksentwicklung geht konstanter und gleichmäßiger von statten!

Bei konstanter Bruttemperatur werden auch die Bienen langlebiger! 

Schon bald weckt die Sonne die Natur aus ihrem Winterschlaf und es werden sich durch die stärker werdenden Sonnenstrahlen die ersten Frühlingsboten zeigen! 

Im Vorfrühling mit den schon milden Tagen erwacht die Natur von Neuem und gleichzeitig kämpft die Sonne gegen die noch oft sehr kalten Nächte. 

Der Temperaturverlauf ist in der Pflanzen- und Tierwelt Taktgeber und animiert unsere Bienen um in Schwung zu kommen.

Hasel- und Erlenblüte wird schon bald nicht nur unsere Bienen, sondern auch die Pollen AllergikerInnen auf den Plan rufen.

Abb. 3: Biene im Anflug auf eine Frühlingsglockenblume.  

Nun freue ich mich auf einen wahrscheinlich noch großteils winterlichen Februar / Vorfrühling, eine gute Auswinterung und danach auf ein interessantes und erfolgreiches Bienenjahr mit Euch und euren Bienen

Mit Imkergruß,
euer Peter