Monatsbetrachtung für Dezember 2018 und Jänner 2019

Der milde Frühling, Sommer und Herbst fand erst Mitte November mit den ersten Nachtfrösten (17. und 18. November 2018, siehe Abb. 1) ein Ende. Endlich möchte man sagen!


Abb. 1: Lufttemperatur Statistik November 2018. Quelle: http://vowis.cnv.at/StationsInfo/_Niederschlag/dltLufttemperatur.aspx?id0=V335476, Zugriff: 25.11.2018

So bewirkte dieser milde Herbst bei einigen Bienenvölkern einen beträchtlichen Bienenschwund und ein erneutes Ansteigen des Varroadrucks. Imker/Innen, Landauf und Landab berichteten über einen stark schwankenden Varroadruck. Warum es so beträchtliche Schwankungen gab, darüber kann vorerst nur gerätselt werden. Dieses Szenario wird sich wohl auch auf die Wintersterblichkeit auswirken.

Lange Brutperiode = mehr Milben!
Diese Erkenntnis gilt über den gesamten Brutzyklus!

Futterversorgung im Auge behalten!
Durch das milde Wetter haben etliche Bienenvölker sehr lang und relativ viel gebrütet und brüten immer noch. Diese Völker verbrauchten jetzt im Herbst überdurchschnittlich viel Winterfutter! So kann es im Frühjahr knapp werden. Ich bitte euch dies für die erste Frühjahrsdurchsicht vor zu merken und bei der Durchsicht dann entsprechend mit Futterwaben gegen zu steuern. Um mit Flüssigfutter nach zu füttern ist es jetzt zu kalt.

Restentmilbung Planen
Wenn wir den 17.11.2018 als ersten Frosttag (Beginn Kälteeinbruch) registrieren, so können wir mit 08.12.2018, ca. 3 Wochen später, mit Brutfreiheit rechnen. Also sollte die Restentmilbung nicht vor den Nikolaustag 06.12.2018 gemacht werden. Die Restentmilbung mit Oxalsäure (verdampfen / beträufeln) bei kühlen Temperaturen 0°- 5° Grad (kein Bienenflug) wirkt nach Anwendung ca.10 Tage nach.

Kontrolle nach Restentmilbung:
Nach einer Restentmilbung mit Oxalsäure durch beträufeln (handwarme Lösung) der Wintertraube oder verdampfen im Bienenstock kehrt dann endgültige Ruhe am Bienenstand ein. Außer zur Varroa – Abfallkontrolle / Gemülldiagnose (2-3 Wochen nach Restentmilbung) sollen die Bienenvölker nicht mehr gestört werden. Die nach der Restentmilbung eingelegte Stockwindel gibt Rückschlüsse auf die Wirksamkeit und Effizienz des angewendeten Hauptentmilbungskonzept, aber auch über eine eventuelle Reinvasion von Milben. Ebenso kann Rückschluss auf die Volkstärke gezogen werden! (siehe Monatsbetrachtung August- September 2017 / Gemülldiagnose)

Ruhe muss sein!

„Es soll!; Ja es muss Winter sein!“

Zeitgerecht soll es auch wieder Frühling werden! (Anfang März)

Die jetzt dicht auf der Wintertraube sitzenden „Winterbienen“ haben sich den gesamten warmen Herbst kaum schonen können, und müssen in der jetzigen Ruheperiode durch „Heizen“ (Zittern der Flugmuskulatur) die Bienentraube auf Temperatur halten. Es wird sich zeigen wie sich dieser Umstand auf das Auswinterungsergebnis niederschlägt. Bei Störung wird unnötig mehr Energie verbraucht!

Dieses zyklische Heizen in der brutfreien Zeit „verschleißt“ die Winterbienen weniger als Brut zu pflegen. Brut zu pflegen erfordert noch mehr Verschleiß an „Frauenpower“! Den großflächigen „Brut Start“ wünscht sich der/die erfahrene Imker/In erst Anfang März. Wünschenswert ist nach 6-8 Wochen Kälteperiode ein „Reinigungsflug“ (Tauwetter / Föhn Tag) zur Entleerung der Kot Blase.


Abb. 2: Die Temperaturkurve im Inneren einer Wintertraube (Wabengasse 4) vom 25.10.2012 – 09.05.2013. Gut erkennbar sind die Phasen des „Heizens“, an den Tagen dazwischen sinkt die Temperatur deutlich ab. Das die mittlere Temperatur ab Ende Februar ansteigt ist ein Zeichen dafür, dass die Königin ihre Legetätigkeit wieder aufgenommen hat und das Volk wieder Brut pflegen muss. Quelle: http://beecareful.hobos.de/messwerte/grafische-darstellung-der-messwerte.html?id=7&stations%5B%5D=wuerzburg&fromdate=25.10.2012&fromtime=0&todate=30.04.2013&totime=0&chartsa%5B%5D=temperatur6&filter=%C3%9Cbernehmen, Zugriff:05.12.2017

Kontrollgänge:
Kontrollgänge nach starkem Schneefall oder einem Wintersturm verstehen sich von selbst.
Hierbei kann bei Freiaufstellung Schnee oder Eis behutsam vom Flugloch entfernt werden ebenso können tote Bienen das Flugloch blockieren.


Abb. 3: Schnee am Flugbrett

Ruhen – Weiterbilden – Evaluieren – Planen – Vorbereiten: Auch uns Imkern/Innen sei in dieser kalten Jahreszeit Ruhe gegönnt! In ruhigen Stunden ein Fachbuch zur Hand zu nehmen, Ideen und Denkanstöße auf zu greifen, als auch das aneignen von neuem „Bienenwissen“ versteht sich wohl von selbst. Was lief gut im vergangenen Jahr und was ist verbesserungswürdig? Was sollte ich an meinem Betriebssystem und meiner Arbeitsweise ändern? Wo möchte ich Schwerpunkte setzten? Schwarmverhinderung? Jungvolkbildung? Königinnenzucht? Varroabehandlung? Neuinvestitionen? usw. Entsprechend der Schwerpunkte gilt es dann wiederum Vorbereitungen zu treffen. Die Wintermonate eignen sich um Rähmchen zu reinigen, Wachs zu schmelzen, Bienenbeuten wieder instand zu setzen und die gesamte Gerätschaft auf „Vordermann“ zu bringen. Neue oder gereinigte Rähmchen, Saubere Beuten, Zucht Utensillien, usw. gilt es früh genug bereit zu stellen. Wer jetzt die erwähnten Dinge vorbereitet, gerät während der Saison nicht in Bedrängnis wenn diese Dinge mitunter rasch benötigt werden.

Bienenwachs:
Zum Bienenwachs ein paar Worte! Ich empfehle, beim Einstieg oder beim Kauf von Mittelwänden auf rückstandfreies biologisches Wachs zurück zu greifen. Denn nur dieses Wachs ist nachweislich frei von Schadstoffen und fremden Paraffin. In weiterer Folge bietet sich an, einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen. Mittels eines Sonnenwachsschmelzers lässt sich effizient und kostengünstig denn Sommer hindurch, jegliches Wachs von der Altwabe bis hin zum Entdeckelungswachs (reinstes Wachs/Salbenzubereitung) ausschmelzen! „Der Sonnenwachsschmelzer ist die Sparbüchse der Imkerei“! Mann/Frau wirft oben immer wieder Altwachs / Wachsreste usw. hinein und unten nimmt Mann/Frau „pures Gold“ heraus ;-)!

Diese „Wachsgoldbarren“ lassen sich mittels Mittelwandpresse wieder zu Mittelwänden verarbeiten. Wem dies zu aufwändig ist, der kann sein „Gold“ an entsprechender Stelle wiederum gegen rückstandfreie Mittelwände eintauschen. Größere Mengen an Bienenwachs (ab 20 – 25 kg) können von größeren Bienenwachsverarbeitern auch zu Mittelwänden umgearbeitet werden lassen. So hat man sein eigenes Wachs in einen Kreislauf gebunden.


Abb. 4: Bienenwachskerzen

Große Wachsüberschüsse lassen sich gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit in Form von Bienenwachskerzen die gegossen, gezogen oder gerollt sind, auf Weihnachtsmärkten gut an die Kundschaft bringen.

Mit einem dicken Dankeschön, deponiert beim Hl. Ambrosius (07.Dez.), für dieses honigreiche Jahr, verabschiede ich mich und wünsche euch einen besinnlichen Advent und friedvolle Weihnachten, eine schöne Zeit mit euren Lieben und einen guten Rutsch in ein hoffentlich, ähnlich erfolgreiches Jahr 2019!
Euer Peter