Monatsbetrachtung Dezember/Jänner 2018

Nach dem sehr informativen und fachlich hervorragenden Vortrag des Wanderlehrers und Imkermeisters Gerhard Mohr beim Imkerhock am 08.11.2017 im Gasthaus Berghof zum Thema „Bienen im Winter“ bleibt mir zu den Tätigkeiten in diesem Monat eigentlich nicht viel zu sagen.Für diejenigen die an diesem Abend verhindert waren möchte ich nochmals ein paar wichtige Punkte hervorheben.

Kontrolle nach Restentmilbung

Nach einer Restentmilbung mit Oxalsäure durch beträufeln der Wintertraube oder verdampfen im Bienenstock in den letzten Tagen, kehrt nun endgültige Ruhe am Bienenstand ein. Außer zur Varroa – Abfallkontrolle / Gemülldiagnose (3-4 Wochen nach Restentmilbung) sollen die Bienenvölker nicht mehr gestört werden. Die nach der Restentmilbung eingelegte Stockwindel gibt Rückschlüsse auf die Wirksamkeit und Effizienz des angewendeten Hauptentmilbungskonzept, aber auch über eine eventuelle Reinvasion von Milben. Ebenso kann Rückschluss auf die Volkstärke gezogen werden! (siehe Monatsbetrachtung August- September / Gemülldiagnose)

Ruhe muss sein!

Schnee bis ins Tal und vor allem kalte Temperaturen ließen den Winter vielversprechend starten! „Es soll, ja es muss Winter sein!“ Zeitgerecht soll es auch wieder Frühling werden! (Anfang März)

Die jetzt dicht auf der Wintertraube sitzenden „Winterbienen“ haben sich den ganzen Herbst geschont um in der jetzigen Ruheperiode durch „Heizen“ (Zittern der Flugmuskulatur) die Bienentraube auf Temperatur zu halten. Bei Störung wird unnötig mehr Energie verbraucht! Dieses zyklische Heizen in der brutfreien Zeit „verschleißt“ die Winterbienen weniger als Brut zu pflegen. Brut zu pflegen erfordert noch mehr Verschleiß an „Frauenpower“! Den großflächigen „Brut Start“ wünscht sich der/die erfahrene Imker/In erst Anfang März. Wünschenswert ist nach 6-8 Wochen Kälteperiode ein „Reinigungsflug“ (Tauwetter / Föhn Tag) zur Entleerung der Kot Blase.


Abb. 1: Die Temperaturkurve im Inneren einer Wintertraube (Wabengasse 4) vom 25.10.2012 bis 09.05.2013. Gut erkennbar sind die Phasen des „Heizens“, an den Tagen dazwischen sinkt die Temperatur deutlich ab. Das die mittlere Temperatur ab Ende Februar ansteigt ist ein Zeichen dafür, dass die Königin ihre Legetätigkeit wieder aufgenommen hat und das Volk wieder Brut pflegen muss. Quelle

Kontrollgänge

Kontrollgänge nach starkem Schneefall oder einem Wintersturm verstehen sich von selbst.Hierbei kann bei Freiaufstellung Schnee oder Eis behutsam vom Flugloch entfernt werden ebenso können tote Bienen das Flugloch blockieren.


Abb. 2: Schnee am Flugbrett

Ruhen – Weiterbilden – Evaluieren – Planen – Vorbereiten

Auch uns Imkern/Innen sei in dieser kalten Jahreszeit Ruhe gegönnt! In ruhigen Stunden ein Fachbuch zur Hand zunehmen, Ideen und Denkanstöße auf zu greifen, als auch das Aneignen von neuem „Bienenwissen“ versteht sich wohl von selbst. Was lief gut im vergangenen Jahr und was ist verbesserungswürdig? Was sollte ich an meinem Betriebssystem und meiner Arbeitsweise ändern? Wo möchte ich Schwerpunkte setzten? Schwarmverhinderung? Jungvolkbildung? Königinnenzucht? Varroabehandlung? Neuinvestitionen? usw. Entsprechend der Schwerpunkte gilt es dann wiederum Vorbereitungen zu treffen.

Die Wintermonate eignen sich um Rähmchen zu reinigen, Wachs zu schmelzen, Bienenbeuten wieder instand zu setzen und die gesamte Gerätschaft auf „Vordermann“ zu bringen. Neue oder gereinigte Rähmchen, Saubere Beuten, Zucht Utensillien, usw. gilt es früh genug bereit zu stellen. Wer jetzt die erwähnten Dinge vorbereitet, gerät während der Saison nicht in Bedrängnis wenn diese Dinge mitunter rasch benötigt werden.

Bienenwachs

Zum Bienenwachs ein paar Worte! Ich empfehle, beim Einstieg oder beim Kauf von Mittelwänden auf rückstandfreies biologisches Wachs zurück zu greifen. Denn nur dieses Wachs ist nachweislich frei von Schadstoffen und fremden Paraffin. In weiterer Folge bietet sich an, einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen.

Mittels eines Sonnenwachsschmelzers lässt sich effizient und kostengünstig denn Sommer hindurch, jegliches Wachs von der Alt Wabe bis hin zum Entdeckelungswachs (reinstes Wachs/Salbenzubereitung) ausschmelzen! „Der Sonnenwachsschmelzer ist die Sparbüchse der Imkerei“! Mann/Frau wirft oben immer wieder Altwachs / Wachsreste usw. hinein und unten nimmt Mann/Frau „pures Gold“ heraus ;- )! Diese „Wachsgoldbarren“ lassen sich mittels Mittelwandpresse wieder zu Mittelwänden verarbeiten. Wem dies zu aufwändig ist, der kann sein „Gold“ an entsprechender Stelle wiederum gegen rückstandfreie Mittelwände eintauschen. Größere Mengen an Bienenwachs( ab 20 – 25 kg) können von größeren Bienenwachsverarbeitern auch zu Mittelwänden umgearbeitet werden lassen. So hat man sein eigenes Wachs in einen Kreislauf gebunden.

Große Wachsüberschüsse lassen sich gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit in Form von Bienenwachskerzen die gegossen, gezogen oder gerollt sind, auf Weihnachtsmärkten gut an den Mann/Frau bringen.


Abb. 3: Bienenwachskerzen

Nach einem Bienenjahr mit sehr guter Waldtracht, noch dazu Fichtentracht ist es „quasi aufgelegt“ das ich euch diesen weihnachtliche Kompromiss um den passenden Christbaum, geschrieben von Christine Nöstlinger, nicht vorenthalte!

Die Einstellung der Menschen zum Christbaum ist keine einheitliche. Abgesehen von denen, die gar keinen Christbaum mögen, divergieren auch die Ansichten der zum Christbaum positiv eingestellten Leute ganz gewaltig. Meistens stammen die Idealvorstellungen „Christbaum“ aus Kindertagen. Entweder will man so einen, wie man ihn als Kind hatte, weil man mit ihm zufrieden war, oder man hat seine Kinderchristbäume als „Feindbild“ und will einen ganz anderen. Schwierig wird es, wenn zwei Leute mit verschiedenen Christbaumidealen zu einem Kompromiss kommen müssen.



Er sagt: Fichte schlicht! Nicht höher als einen Meter!
Sie sagt: Silbertanne doppelt, bis zur Zimmerdecke!
Er sagt: Weiße Kerzen, Engelshaar und sonst nichts!
Sie sagt: Ketten, Lametta, Sternspucker, Glaskugeln, Zuckerln und überhaupt alles, was man aufhängen kann!



Da Weihnachten Männer milde stimmt und Frauen von Natur aus hartnäckiger sind, ist anzunehmen, dass „Sie“ ihren Willen durchsetzt und eine große Silbertanne erstanden wird. Auch ist anzunehmen, dass der Heimweg friedlich verläuft, weil „Er“ zu Weihnachten ohne Murren im nahen Supermarkt eine billige Dachgalerie ersteht, um das grüne Monstrum verkehrssicher nach Hause zu transportieren, wobei „Sie“ in tröstet: „Eine Dachgalerie kann man immer brauchen!“ Aber zu Hause, das weiß ich aus Erfahrung, wird es schlimm. Im Freien nämlich wirken Bäume viel kleiner als im Wohnzimmer, man kann sich da leicht verschätzen. Und „Sie“ hat jetzt wirklich keine Zeit, dem Baum die unteren neunzig Zentimeter abzusägen. Und wie ein dicker Stamm in ein kleines Kreuz zu zwängen ist, ist ja nun wirklich Männersache! Letztlich könnte es aber sein, dass „Er“ und „Sie“ doch noch zu einem artigen Kompromiss kommen, weil „Sie“ vergessen hat, wo sie nach dem sommerlichen Großreinemachen die Schachteln mit dem Christbaumschmuck hingetan hat. Also sitzen dann „Er“ und „Sie“ des Abends vor dem schönen, grünen Kompromiss. Der Baum ist so groß, wie „Sie“ es wollte, und so „kahl“ wie „Er“ wünschte, und „Er“ und „Sie“ können wieder lieb zueinander sein.

Mit einem dicken Dankeschön, deponiert beim Hl. Ambrosius (08.Dez.), für dieses honigreiche Jahr, verabschiede ich mich und wünsche euch friedvolle und besinnliche Weihnachten, eine schöne Zeit mit euren Lieben und einen guten Rutsch in ein hoffentlich, ähnlich erfolgreiches Jahr 2018!

Euer Peter